Geschichtliches aus Mürlenbach von Ernst Becker (aus 1996)
Zur Geschichte von Mürlenbach
Die wirtschaftliche Entwicklung
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Die Pfarrei Mürlenbach
Kultur und Brauchtum
 

Mürlenbach zeichnet sich durch seine landschaftlich reizvolle Lage und seine bedeutende historische Vergangenheit aus.

Der Ort liegt am Mittellauf der Kyll und gehört geografisch zur "Kyllburger Waldeifel". Die Höhenlage erstreckt sich von etwa 318 m (Höhe am Bahnhof) bis zu 620 m (an der Gemarkungsgrenze zu Weidenbach).

Sehenswürdigkeiten sind die imposante Bertradaburg mit dem restaurierten doppeltürmigen Torhaus, die Kirche sowie stilvolle Häuser aus vergangener Zeit.

Zur Geschichte von Mürlenbach

Viele Spuren aus der Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit künden von frühester menschlicher Besiedlung unseres Raumes. Ausgrabungen, Funde und eine bis heute lebendige Überlieferung geben Auskunft über die hier vor der Zeitenwende siedelnden Kelten, über die anschließende Herrschaft der Römer sowie die für Mürlenbach so markante Zeit der Franken. Die frühe Geschichte des Ortes ist nicht urkundlich dokumentiert. Bis ins Mittelalter gibt es keine Schriftzeugnisse über Mürlenbach.

Von der Römerherrschaft künden viele Zeugnisse. Bei Weißenseifen trifft man an die heute noch stellenweise erkennbare Römerstraße. Wo diese rolex replica am "Steinichten Berg" vorbeiführte, befinden sich ausgedehnte Fundamente aus dieser Zeit.

Ein Kastell zum Schutze der nahe vorbeiführenden Römerstraße Trier - Köln und des Flußüberganges der Kyll wird vermutet. Auf dessen Resten soll die Bertradaburg erbaut sein.

"Auf dem Kloster" wurden schon im Jahre 1519 Fundamente römischen Ursprungs untersucht. 1832 legte man in der Fimbach beim Bau der Bezirksstraße römische Bäder sowie 1840 auf der Gemarkung Hasselseifen Mauerreste einer dem Gotte Caprio geweihten römischen Tempelanlage frei.

In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden "Auf dem Kreuzchen" aus dem 3. Jh. n. Chr. stammende römische Münzen gefunden. Sie waren in den Fundamenten eines römischen Landhauses vergraben.

Ein ungewöhnlich umfangreicher Hortfund römischer Münzen wurde 1886 im Distrikt Honigseifen gemacht. Die Münzen enden mit dem 3. Jahrhundert. Um 275 fielen die rechtsrheinischen Germanen in unser Gebiet ein. Münzen wurden in solchen Gefahrenzeiten versteckt und vergraben.

Auf dem Hanert legte man 1928 ein frührömisches Grab frei, das unter anderem Brandurnen, schön bemalte Medizingefäße und Lanzenstücke enthielt.

Die Siedlungsgeschichte hängt wesentlich mit den überregionalen politischen Ereignissen und strukturellen Veränderungen zusammen. So führten die kriegerischen Einfälle der Germanen (besonders im 3. Jahrhundert) zum Niedergang des römischen Reiches, und die Völkerwanderungszeit mit ihren Wirren sorgte zusätzlich für die Zerstörung oder Aufgabe der römischen Ansiedlungen.

In der Frankenzeit stand der Ort in hoher Blüte. Das Frankenreich erfuhr in seiner merowingischen Zeit die Einteilung in Grafschaften. Die Grafen waren die wichtigsten königlichen Beamten. In unserer engeren Heimat, im "Karosgau", siedelte der Stamm der Karösen. Nach ungesicherter Überlieferung war Mürlenbach die Residenz der Grafen des Karosgaues.

Im Zusammenhang mit der ersten Stiftung der Abtei Prüm im Jahre 721 durch Bertrada (die Ältere) von Mürlenbach mit ihrem Sohn Charibert wird der Ort zum ersten Mal genannt.

König Pippin (der Kleine) und dessen Gemahlin Bertrada (die Jüngere - Mutter Karls des Großen) legten den Grundstein zum Aufschwung der Abtei.

Ein markanter Tag in der Geschichte Mürlenbachs ist der 2. April 742. Der Sohn Pippins (des Kleinen) und omega replica Bertradas (der Jüngeren) erblickte einer alten Überlieferung zufolge, welche die Mürlenbacher von Generation zu Generation weitergeben, auf der Bertradaburg (damals wohl ein befestigtes Hofgut) das Licht der Welt. Als Frankenkönig und römischer Kaiser "Karl d. Große" bewegte dieser die europäische Geschichte.

Eine Urkunde Kaiser Lothars aus dem Jahr 852 bestätigt Güter der Grafen von Mürlenbach. In der Abschrift des Güterverzeichnisses "Prümer Urbar" von 893 - Anmerkungen aus dem Jahre 1222 - wird der Ort "morlenbahc" genannt. Der damalige Besiedlungsstand des Ortes und der umliegenden Gehöfte wäre sehr interessant, ist aber leider nicht überliefert.

Mürlenbach bildete stets eine organisatorische Einheit mit der von hier aus gestifteten Fürstabtei Prüm. Die Bertradaburg war deren Landesfestung, an den Grenzen zu den benachbarten Territorien Luxemburg und Kurtrier gelegen.

Im Burgflecken Mürlenbach tagte wohl auch ein Hofgericht. Früher belegte man kleine und große Verbrecher mit harten Strafen. Für schwere Verbrechen wurden die Täter ins Burgverlies gesteckt. Minderschwere Verbrecher verbüßten ihre Strafe am Halseisen. Das mittelalterliche Gerichts- und Halseisen, welches 1824 noch zu sehen war, stand auf der Kyllinsel und war an einer uralten Weide befestigt. Hier soll auch das Gericht seine Sitzungen abgehalten haben.

1794 kam das Gebiet zur Französischen Republik. Mürlenbach wurde Mairie (Bürger-meisterei). Am 15. Germinal XII (5. April 1804) wurde die Burg als Nationaleigentum erklärt und für 6150 Fr. (1640 Thaler) versteigert. Die stolze Bertradaburg wurde als "Steinbruch" genutzt und um alles Verwertbare entblößt. Türen, Tore, Steinwerk wurden abgebrochen, um den Bedarf für Bauten in Ort und Umgebung zu decken.

Nach dem Wiener Kongreß kam Mürlenbach zur preußischen Rheinprovinz und war bis 1930 Sitz des Amtes (Amtsbürgermeisterei).

Mürlenbach behielt durch die Jahrhunderte im wesentlichen seinen Ortsnamen bei, allerdings in nicht weniger als 22 verschiedenen Schreibweisen, die in den unterschiedlichen Literaturquellen in wechselnder Folge auftreten. Eine Auswahl soll veranschaulichen, daß sich klanglich wenig veränderte, die Schreibweise jedoch viele Varianten darbietet: morlenbach/Morlenbach, Moirrelbach, Moirlebach, Murlebach, Mürelbach, Moerelbach, Mörlebach, Mürlebach ... Mürlenbach.

Interessant ist die Entwicklung der Einwohnerzahlen. Die älteste Angabe ist aus dem Jahr 1684 - es wurden 23 "Feuerstellen" (Höfe) gezählt. 1788 waren es 375 Einwohner, 1818 bereits 466 und 1854 wohnten hier 647 Menschen. 1894 waren es 710 und 1952 erreichte Mürlenbach 942 Einwohner. Am 30.6.1992 betrug die Einwohnerzahl noch 762, und am 1.1.1996 waren nur noch 701 Personen mit Hauptwohnung angemeldet; zusätzlich waren 75 Personen mit Nebenwohnung registriert.

Hohe Verluste hat die Gemeinde in den beiden Weltkriegen erleiden müssen. Es sind 26 Personen aus dem 1. Weltkrieg und 76 Personen aus dem 2. Weltkrieg zu beklagen, die als Soldaten yha-travel-insurance gefallen oder durch Kriegseinwirkung ums Leben gekommen sind. 13 Menschen kamen im 2. Weltkrieg in ihren Häusern durch Bomben um. Ein Inferno erlitt Mürlenbach vom 22. bis 24.12.1944, als ein im Bahnhof abgestellter Munitionszug in Brand geschossen wurde. Am Heiligabend bewirkte dessen explodierende Ladung Tod und Zerstörung, eine grauenvolle "Bescherung".

Die wirtschaftliche Entwicklung

In seiner wechselvollen Geschichte erlebte der Ort Zeiten höchster Blüte und bitterer Armut.

Im 12. und 13. Jahrhundert hatte die mittelalterliche Rodungsperiode ihren Höhepunkt erreicht. Die Siedlungserschließung unseres Heimatraumes kann seit etwa 1400 als abgeschlossen gelten. Es bestand kein Bedürfnis mehr nach Rodung und Neuansiedlung. Der Landausbau erfuhr für lange Zeit einen Stillstand. Dies hatte mehrere Ursachen: - Der wirtschaftliche Rückschritt infolge des politischen Verfalls. - Eine Entvölkerung durch Kriege und Seuchen führte zu zahlreichen Wüstungen. - Die in dem Gebiet charakteristische Stockgüterverfassung. Nach dieser "uralt überlieferten bäuerlichen Erbsitte", wie es bereits in einer prümischen Rolle vom Jahre 1028 heißt, mußten die von den leibeigenen Bauern bewirtschafteten Güter - wohl zur Erhaltung ihrer Leistungsfähigkeit gegenüber dem Grundherrn - ungeteilt auf den ältesten Sohn, den Anerben, übergehen. Ohne Einwilligung des Grundherrn durfte auf den Stockgütern nichts verändert oder veräußert werden. Die Geschwister des Erben hatten nur Anspruch auf eine geringe Abfindung. Sie konnten deshalb meist auch nicht heiraten und eine Familie gründen. Diese "Beisassen" blieben als Knechte und Mägde auf dem Hof.

Erst seit der Intensivierung der Landwirtschaft und der Kultivierung großer Ödlandflächen setzte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder eine relativ starke Ausbautätigkeit ein. Die Gründungen erfolgten sowohl durch nichterbberechtigte Söhne (Tagelöhner und Arbeiter) wie auch durch Zugewanderte (z.B. zurückgebliebene Auswanderungswillige). Diese Besiedlung mit Einzelhöfen erfolgte am ausgedehntesten in unserem durch Flüsse und Bäche stark zertalten Gebiet.

Im Gegensatz zu der bedeutend älteren und ursprünglichen Dorfsiedlungsweise wurden zahlreiche Einzelhöfe angelegt, ohne daß dabei die alten Dörfer aufgegeben wurden. Die Einzelhöfe wuchsen entweder zu weilerartigen Siedlungen zusammen oder sie wurden, weil allzu abgelegen in unwirtlichen Teilen, später aufgegeben und zur Wüstung.

Gehöfte außerhalb der heutigen Ortschaft gab es bereits sehr früh. Über eine Siedlung auf Hentscheid gibt eine Urkunde Auskunft, nach der im Jahre 1283 Niclaus v. Gudesdorf seine Güter in Hentscheid an das adelige Frauenkloster in Niederprüm verpachtet.

Riependell, 1534 erwähnt als "Röpendal", ist bereits seit langer Zeit nicht mehr bewohnt.

Auf GRINDELBORN (1832 gegründet) stand die "Grindelsmühle", für deren Antrieb das Wasser der heute für die Wasserversorgung eingefaßten Quelle genutzt wurde. Ein Weiher, der noch zu sehen ist, diente als Wasserspeicher - ebenso sind noch Reste von Mauerwerk erkennbar. 1928 wurde das Gelände mit der aufgegebenen Mühle aufgekauft und unweit davon der heutige Hof Grindelborn erbaut.

Im heute unbewohnten "Altenacker" entstand ebenfalls 1832 eine Ansiedlung aus mehreren Häusern. Name und Lage lassen auf eine frühe Nutzung als Ackerland schließen.

Die 1833 gegründeten Steinich, Hanert und Hardt entwickelten sich rasch zu blühenden Gehöftegruppen.

Die Bewohner der Gehöfte mußten zu jeder Jahreszeit den oft beschwerlichen Weg ins Dorf auf sich nehmen, um einzukaufen, zur Kirche zu gehen und zu allerlei Geschäften. Was es für die Kinder bedeutete, bei jedem Wetter den Unterricht oder die Schulmesse zu besuchen, kann man nachfühlen.

Zum Bau und zur Erhaltung des wehrfähigen Zustandes einer solchen befestigten Anlage wie Burg Mürlenbach, mit ihren Burghäusern, wurde ein großer Stab von Bauhandwerkern benötigt. Es siedelten hier außerdem Bierbrauer, Köhler, Nagelschmiede, Bäcker, Weber, Färber. Es gab eine Färberei, Wollspinnerei, Pottaschbrennerei und mehrere Gerbereien.

Die Menschen unserer Heimat mußten hart für ihren Lebensunterhalt arbeiten. Heutzutage haben die früheren Erwerbsquellen Landwirtschaft, Viehzucht und Forstwirtschaft keine große Bedeutung mehr. Der von vielen bäuerlichen Generationen geprägte landwirtschaftliche Raum ist in Gefahr, zu einer ausgedehnten Wüstung zu werden. Die verlorengegangenen ländlichen Arbeitsplätze konnten nicht durch industrielle ersetzt werden. Eine Landflucht setzte ein, die ihre Folgen zunehmend sichtbar werden läßt. Die Auflassung landwirtschaftlicher Flächen führte mit zur Aufgabe von außerhalb des Ortes gelegenen Ansiedlungen. Es droht eine weitere Verödung der Landschaft durch Vernachlässigung der Landschaftspflege. Die vorhandenen Strukturen sind gefährdet, nicht zuletzt durch die Entwertung des Grundbesitzes.

Folgende Zahlen verdeutlichen die früher vorhandene überwiegend landwirtschaftlich und handwerklich geprägte Infrastruktur:

- 1859 zählte man hier noch 40 Webstühle. Selbstgesponnenes wurde in vielen Häusern zu Stoff und Leinen gewebt.

- Bei der Vieh- und Obstbaumzählung vom 1.12.1913 wurden noch 21 Pferde, 522 Rindvieh, 4 Schafe, 173 Schweine, 89 Ziegen und 3021 Obstbäume gezählt.

- Die Volks- und Betriebszählung am 17.Juni 1933 ergab etwa 180 Einwohner mehr als heute, nämlich 455 männliche Personen und 430 weibliche Personen = 885 Einwohner, die in 179 Haushaltungen lebten. Es wurden nicht weniger als 118 landwirtschaftliche Betriebe gezählt. Ferner waren 23 gewerbliche Betriebe mit mehr als einem Arbeiter in Mürlenbach ansässig!

- 1952 bestanden 2 Sägewerke, 1 Steinbruch, 4 Schreinereien, 1 Mühle, 5 Gasthöfe, davon 3 mit Fremdenpension, 3 Bäckereien, 2 Metzgereien, 4 Gemischtwarengeschäfte, 1 Schuhgeschäft, 1 Autoreparaturwerkstatt. Leider ist bis heute von dieser Infrastruktur das meiste wirtschaftlichen Zwängen zum Opfer gefallen.

Als Folge der "modernen" strukturellen Entwicklung unserer Tage wurden Läden, Gasthäuser, Bäckereien und kleinere Gewerbebetriebe aufgegeben. Die Schulen wurden an größeren Orten konzentriert, selbst "die Kirche bleibt nicht mehr im Dorf". Heute ist die einst umsatzstarke Bahnstation Mürlenbach an der Eifelbahn Köln - Trier ein "unbesetzter Haltepunkt" für Reisezüge (ohne Güterverkehrsanschluß).

40,6 % der Bevölkerung waren 1959 noch in der früher dominierenden Landwirtschaft tätig. 20,7 % der Gemeindefläche war "Nährfläche" (landwirtschaftliche Nutzfläche). Der Anteil der als Haupterwerb in der Landwirtschaft tätigen Bewohner ist heute bis zur Bedeutungslosigkeit abgesunken.

Die heute noch anzutreffende Idylle der Landschaft um Mürlenbach wird - es ist bereits offensichtlich, wenn man mit wachen Augen die Entwicklung verfolgt - nach und nach veröden. Eine Eifel nur noch als ökologische Oase, als "Museums-Landschaft" und Fremdenverkehrsgebiet ist nicht überlebensfähig und wird letztlich entvölkert. Eine großzü-gige Förderung sowohl der in unserem Gebiet benachteiligten Landwirtschaft als auch industrieller Ansiedlungen wäre zukunftsorientierte Strukturpolitik.

Schaffung von Arbeitsplätzen durch Ansiedlung von Gewerbe ist eine vorrangige Aufgabe. 1960 wurde die Pumpenfabrik Feluwa angesiedelt, die 130 Personen beschäftigt. Derzeit ist ein neues Gewerbegebiet "Auf Walbern" ausgewiesen - in der Erwartung, daß sich dort Betriebe niederlassen und weitere, dringend benötigte Arbeitsplätze entstehen.

Unsere Gemeinde ist sehr bemüht, das Dorf zu verschönern und die Lebensqualität für Einwohner und Gäste zu verbessern. Das neue Bürgerhaus trägt dazu bei. Ein Dorferneuerungskonzept gibt Impulse.



Die Pfarrei Mürlenbach

Bischof Arnoldi (1842 -1864) hat nach einer Visitation in Mürlenbach von der Kanzel mitgeteilt, die Kirche in Mürlenbach sei die älteste christliche Kultstätte der Eifel. Die Pfarrei Mürlenbach bestand bereits im 9. Jh. und umfaßte den abteiprümischen Besitz an der Kyll. Sie gehörte immer zum Erzbistum bzw. Bistum Trier. Die Zugehörigkeit zu den Dekanaten war wechselnd (Kilburg = Kyllburg, Bitburg, Waxweiler, Prüm, und seit 1924 Gerolstein).

Ursprünglich war die Kirche wohl der Gottesmutter Maria geweiht. Wahrscheinlich im Jahr 970 kamen Reliquien der heiligen Luzia nach Mürlenbach. 1484 wurde die baufällige Kirche abgerissen und eine neue erbaut, die dem hl. Eligius und der hl. Luzia geweiht wurde. 1545 und 1570 besteht das Marienpatrozinium. 1640 wird das Patrozinium Marias und der Pestheiligen Luzia genannt.

Als Pfarrort wird Mürlenbach in den Quellen erst relativ spät, nämlich erstmals in der Prümer Vogteiurkunde von 1103 bekundet.

Von alters her gehörten Birresborn, Lissingen und Densborn zum Kirchensprengel. Die Filiale Densborn wurde 1289 von der Mutterkirche Mürlenbach abgetrennt.

1489 gehören zum Kirchspiel Mürlenbach: Birresborn, Lissingen, Burgkapelle Lissingen, Kapelle auf dem Zandersberg, Hinterhausen, Rom, Usch und Zendscheid. Heute hat die Pfarrei Mürlenbach noch einen Filialort: Kopp (1788 von Büdesheim zu Mürlenbach gekommen).

Früher strömten Pilger von weither nach Mürlenbach. 1656 wurden hier 8 Bruderschaften gefeiert. Deren Bedeutung wird bewußt durch die überlieferten Zahlen von 2000 bis 3000 Beichten, die an Bruderschaftstagen gehört wurden.

Die Burgkapelle auf der Bertradaburg war eine Privatkapelle des Abtes. Noch 1685 war dort ein Kelch vorhanden, ein Zeichen dafür, daß auch hier die Messe gehalten wurde.

Das jetzige Pfarrhaus, ein bauliches Kleinod, wurde 1767 erbaut.

Seit dem Tode von Pfarrer Johannes Zick im Jahre 1985 hat die uralte Pfarrei Mürlenbach keinen eigenen Seelsorger mehr.



Kultur und Brauchtum

1577 erging ein kurfürstlicher Befehl zum Bau eines Schulhauses. Dieses war jedoch 100 Jahre später noch nicht errichtet - die Gemeinde wurde in Strafe genommen. 1743 klagte ein Visitator über den nachlässigen Schulbesuch und befahl, das zu kleine Schulhaus zu vergrößern. Bis zur französischen Besetzung hingen Schule und Kirche eng zusammen. Der Pastor stellte den Lehrer an, der zugleich Küster war. Aus 3 Kandidaten, die man ihm vorschlug, wählte er einen aus.

Ein neues Schulgebäude wurde am 19.4.1966 "Auf dem Bungert", nahe der Bertradaburg, eingeweiht. Bereits 1972 verlor die Katholische Volksschule Mürlenbach ihre Selbständigkeit - es wurden danach nur noch drei Klassen der Grundschule unterrichtet. Die jahrhundertealte Schultradition endete am 13.7.1988 - dem letzten Unterrichtstag im Schul-standort Mürlenbach. Das leerstehende "neue" Schulgebäude ist inzwischen verkauft und die "Alte Schule" in der Ortsmitte in das am 18.7.1992 eingeweihte Bürgerhaus integriert worden.

Im Jahr 1930 wurde die Villa am Irbelsborn als Exerzitienhaus "Don Bosco" eingerichtet, in dem später auch Bildungs-, Näh- und Kochkurse abgehalten wurden. Heute befindet sich darin das Alten- und Pflegeheim "Don-Bosco-Haus", das von Ordensschwestern (Elisabetherinnen) geführt wird.

Alte Traditionen drohen verloren zu gehen. Die örtlichen Vereine sind bemüht, diese zu erhalten und das überlieferte Brauchtum nicht der Vergessenheit zu überlassen. Dieser Aufgabe widmen sich der Kirchenchor "St. Luzia" (1819 bereits als Chor belegt), die Freiwillige Feuerwehr, der Sportverein (1947), der Karnevalsverein "Burgnarren" (1967), der Musikverein "Bertrada" (1969) und die in 1992 wiedergegründete Ortsgruppe des Eifelvereins. Neben überliefertem Brauchtum ist neues entstanden. Der Musikverein "Bertrada" begründete 1973 die Tradition der Burgfeste. Die damals fast in Vergessenheit geratene Bertradaburg rückte wieder mehr in den Blickpunkt der Bevölkerung und der Öffentlichkeit.

Bemerkenswert für Burg und Ort Mürlenbach war das vom Musikverein "Bertrada" 1992 gestaltete 20. "Jubiläums-Burgfest", das mit einem großen Mittelalterlichen und Historischen Handwerkermarkt und einem vielseitigen Programm mehrere tausend Besucher anzog.

1976 kam die Burg in den Besitz der Familie Tiepelmann. Der neue "Burgherr" hat sich in dankenswerter Weise für deren Renovierung und teilweisen Wiederaufbau eingesetzt. Von 1983 bis 1992 wurden Teile der Burg restauriert und damit vor dem Verfall bewahrt und für die Nachwelt gesichert.

Allen Gästen des Ortes sei ein Besuch der Bertradaburg und besonders die Teilnahme an einer Burgführung empfohlen.

Zu allen Jahreszeiten aber lohnt es sich, in und um Mürlenbach auf seinen ruhigen Wanderwegen die reizvolle, waldreiche Landschaft zu erwandern.