Beitrag vom: 27.05.2010 10:14:02

Der Fisch und das Meer - zum Nachdenken

Der Fisch und das Meer

 

 

 

Manchmal aber stehen wir uns mit unserem logischen Denken auch selbst auf den Füßen, so wie in der unten stehenden Geschichte. Denn sobald wir auf einmal anfangen, über Fähigkeiten nachzudenken, wie z.B. Radfahren, Schwimmen, Laufen etc., die wir schon lange wie im Schlaf beherrschen, wo sozusagen nur noch unser "Autopilot" arbeitet, dann bekommen wir mit unserer Handlung plötzlich große Probleme, die uns völlig verwirren können.
 
So ging es auch dem Tausendfüßler, den die Spinne bewundernd fragte: "Wie machst du das bloß mit deinen vielen Beinen, dass du nicht durcheinander kommst?"
 
Der Tausendfüßler hatte daran noch nie einen Gedanken verschwendet. Nach dieser Frage aber, wollte er loslaufen und beobachtete sich selbst dabei ganz genau. Aber auf einmal hakte sein siebtes Bein von links und jetzt klemmte das achtundzwanzigste von rechts. Und nun stolperte er, wollte weiter, aber immer mehr Beine vertüddelten sich und so blieb er verzweifelt stehen ...

Wenn wir aber durch unser logisches Denken so verwirrt werden, dass wir Angst bekommen, diese Fähigkeit überhaupt nicht mehr zu beherrschen, dann geht es uns wie dem Fisch in dieser Geschichte:

 

Die Geschichte vom Fisch und vom Meer

 

Einst lebte ein Fisch im Meer. Da das Wasser klar und durchsichtig war und er sich nicht daran stieß, wurde ihm gar nicht bewusst, dass ihn das Wasser trug.

Eines Tages hatte der Fisch die Möglichkeit, zu denken. Er meinte: "Was für ein Wunder. Ich vermag mich im leeren Raum zu bewegen." Dann dacht er darüber nach, wie er sich bewegte. Darüber geriet er in Angst.

"Ich könnte vielleicht vergessen, wie man schwimmt", meinte er. Dann schaute er in die Tiefe unter sich. Panik ergriff ihn, da er befürchtete, er könne in die Tiefe stürzen. Doch dann kam ihm ein rettender Gedanke: "Ich nehme meinen Schwanz ins Maul und halte mich daran fest." So begann er, nach seinem Schwanz zu schnappen. Doch er schaffte es nicht. Je mehr er sich darum bemühte, umso gefährlicher erschien ihm der Abgrund.

Das Meer schaute sich das Spiel eine Weile an. Dann fragte es den verzweifelten Fisch: "Was tust du da?" 

Der Fisch erwiderte: "Ich habe Angst, in die Tiefe zu fallen, und versuche daher, mich an meinem Schwanz festzuhalten."

Dazu meinte das Meer belustigt: "Du hast es schon einige Zeit vergeblich versucht und bist dennoch nicht abgestürzt. Was ist wohl der Grund dafür?"

Der Fisch antwortete: "Ich bin tatsächlich nicht in die Tiefe gestürzt." Die weiteren Worte schlüpften ihm wie von selbst von den Lippen: "Denn ich schwimme."

Du hast es erkannt, sagte das Meer und fuhr fort: "Ich bin das weite Meer, in dem du lebst. Ich trage dich, wenn du nur schwimmst. Ich habe mich dir ganz hingegeben, damit du in mir schwimmen kannst. Du sollst mich nach allen Richtungen durchforschen. Doch was tust du? Du ängstigst dich und vergeudest deine Zeit damit, nach deinem Schwanzende zu schnappen!"

Der Fisch begriff. Er ließ von seinen vergeblichen Versuchen ab und machte sich an das große Abenteuer, das Meer zu erkunden.

Also: Vertrauen Sie sich und Ihren Fähigkeiten! Lassen Sie sich auch nicht durch Neider oder Schwätzer aus der Ruhe bringen. Dann werden Sie niemals ins "Tüddeln" kommen.

 

Denken Sie über die Geschichte eine Weile nach. Was machen die meisten Menschen im Meer des Lebens? Sie meinen, sie müssten angestrengt gegen die Widrigkeiten des Lebens ankämpfen, und zappeln sich vergeblich ab.

 

Hüten Sie sich vor einem solchen Fehler. Verhalten Sie sich vielmehr nach den universellen Lebensprinzipien, und vertrauen Sie Ihrem inneren Helfer. Dann erkennen Sie. Das Leben ist Ihnen gegenüber bejahend eingestellt. Sie brauchen nur auf die helfende Kraft in sich zu vertrauen. Dann erreichen Sie innere Harmonie, Glück und Erfolg.

 

 

Winfried von Landenberg

Quelle: blueprints.de