Beitrag vom: 21.12.2010 14:59:52

Polizei und SWR - Film N e t z a n g r i f f

Polizei und SWR starten „Netzangriff“ / Film am 27.12.2010 um 09:10 Uhr im SWR Fernsehen

 

Jugendkrimi greift mit Cybermobbing neue Form von Gewalt auf – Polizei verteilt Film 10.000 mal in ganz Deutschland
Blamieren, drohen, fertig machen: Wenn mehrere einen Einzelnen im Internet zum Zielihres Spotts machen, ist das so genannte Cybermobbing. In sozialen Netzwerken wie Facebook, Myspace oder Wer-kennt-wen ist es leicht, z. B. einen Mitschüler zum Opfer zu machen und zwar vor den Augen aller, um ihn zusätzlich zu demütigen. Die Polizei startet deshalb zusammen mit dem SWR einen „Netzangriff“ gegen Cybermobbing. „Netzangriff“ ist ein SWR-Jugendkrimi aus der Reihe KRIMI.DE des Kinderfernsehsenders KI.KA. Die Polizei verteilt diesen in Kooperation mit dem SWR an Dienststellen in ganz Deutschland, um über diese neue Form der Gewalt aufzuklären.

„Cybermobbing ist eine Form von Gewalt. Cybermobbing lässt die Opfer unendlich leiden, während die Täter sich der Tragweite des Schadens, den sie anrichten, oft nicht mal bewusst sind. Diese klare Botschaft vermittelt der Film ‚Netzangriff’“, sagte Professor Dr. Wolf Hammann, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes und Landespolizeipräsident von Baden-Württemberg heute (28.10.) bei der Vorstellung des Projekts in Stuttgart. „Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, mit dem SWR einen Kooperationspartner zu gewinnen, dessen Arbeit von handwerklicher Qualität und großem Einfühlungsvermögen in der Behandlung sensibler Themen gekennzeichnet ist.“ Diese Kompetenzen unterstrich im September auch die Jury des Filmfestivals in Luzern. Dort erhielt der Jugendkrimi die Rose d’Or 2010 und wurde damit zum besten Beitrag in der Kategorie „Children & Youth“ gekürt.

Bereits in der Entstehungsphase des Drehbuchs haben der SWR und die Polizei zusammengearbeitet. „Die fachliche Beratung in der Vorbereitung und während der Produktion durch einen Beamten des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg war uns ein großes Anliegen. Aus diesem Wissen heraus gelang es uns zusammen mit den hervorragenden Schauspielern, der Realität sehr nahe zu kommen. Nicht zuletzt deshalb hatte „Netzangriff“ großen Erfolg in der Zielgruppe und bei Kritikern“, betonte Christine Strobl, Abteilungsleiterin des SWR-Kinder- und Familienprogramms, bei der Projektvorstellung in Stuttgart.

Sich in sozialen Netzwerken im Internet zu verknüpfen, zählt für Jugendliche heute zum Alltag. Sie gestalten ihr Profil, laden Bilder und Videos hoch und tauschen sich in Chats aus. „Dabei darf man nicht vergessen, dass diese multivisuelle Präsenz im Internet auch ihre Schattenseiten hat. Persönliche Fotos, die jemanden betrunken oder in peinlicher Pose zeigen, werden eben auch ins Netz gestellt – und zwar ohne, dass der Betroffene um Erlaubnis gefragt wird“, so Professor Dr. Hammann. „Die Hemmschwelle, andere zu beleidigen oder ihnen ein Gerücht anzuhängen, ist in der virtuellen Welt deutlich niedriger als im realen Umfeld. Schließlich müssen sich die Täter nicht von Angesicht zu Angesicht mit ihrem Opfer auseinandersetzen, sondern sie starten die Mobbingattacke mit einem simplen Mausklick.“ Cybermobbing ist kein Spaß, sondern gefährlich. So auch im Film „Netzangriff“: Ein junges Mädchen wird zum Opfer von Cybermobbing.

Die Handlung:
Klara Stolz (Jette Hering) ist neu am Stuttgarter Gymnasium und fühlt sich noch unsicher und orientierungslos. Nachdem sie auf einer Party betrunken ihr Handy verliert, tauchen in einer Internet-Community Fotos von ihr auf. Es beginnt ein gnadenloses Mobbing gegen Klara. Sie ist enttäuscht, als ihr Handy ausgerechnet bei Tim (Jeremy Mockridge) gefunden wird, den sie für einen guten Freund gehalten hatte.

Während Tim zusammen mit seinem kleinen Bruder Max (Liam Mockridge) versucht, seine Unschuld zu beweisen, entdeckt Klaras Vater, Professor Gerhard Stolz (Thomas Heinze), Rechtsmediziner und befreundet mit Kommissar Thorsten Lannert (Richy Müller), im Internet ein Video der Party im Jugendtreff Domino. Für Klara spitzt sich die Situation zu – sie setzt ihr Leben aufs Spiel.

„Netzangriff“ ist am 27. Dezember 2010 um 9.10 Uhr im SWR Fernsehen zu sehen.

Die DVD „Netzangriff“ wurde bundesweit an die Polizeilichen Beratungsstellen verteilt und kann im Rahmen der polizeilichen Vortragstätigkeit an Schulen vorgeführt oder in den Beratungsstellen ausgeliehen werden. Diese Pressemitteilung und weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.polizei-beratung.de

Winfried von Landenberg