Beitrag vom: 18.11.2012 13:28:29

Weissenseifen - Das kannten schon die alten Römer

Weissenseifen

Weissenseifen ist ein "Meilenstein" der römischen Geschichte. Die Hauptverbindungsstrasse der Römer zwischen Köln und Trier führte durch Weissenseifen. 400 Jahre lang wurde die Region von Römern besetzt, die aber friedlich mit den Einheimischen zusammen lebten.

Sie zeigten den Bauern, wie sie ihre Felder besser bestellen konnten, brachten wertvolle Gartengewächse, Obstsorten und die Weinrebe mit. Ausserdem lehrten sie die Leute, wie man Tierfelle zu Leder verarbeitet und Tongefässe herstellt. Die ersten Tongefässe wurden dazu verwandt, Birresborner Mineralwasser in andere Gegenden zu verschicken.


Noch heute ist ein ca. 1km langes Stück der Römerstrasse recht gut erhalten. Es wird mittlerweile als Waldweg benutzt, welcher die Zufahrt zur "Herthaquelle", der Wasserversorgung der Gemeinde Hersdorf, ermöglicht. Dieser Weg wurde zwar in den vergangenen Jahren oftmals erneuert, dennoch kann man erkennen, wie der Verlauf der Strasse war, da es sich hier um einen aufgeschütteten Damm handelt, der an seiner höchsten Stelle ca. 1,5m über der Umgebung liegt.


Nicht weit von diesem Damm befindet sich noch eine alte römische Grabstätte.

Auch nach der Römerzeit wurde Weissenseifen oft von hohen Herren besucht. Zwischen dem, durch Pippin dem Kleinen bekannt gewordenen Benediktinerkloster in Prüm, und der Karolinger Bertrada Burg in Mürlenbach, fuhr eine Postkutsche, die das schöne Weissenseifen auf seiner Route hatte.

Damals enstand der Name "Prümer Berg", mit dem die ca. 4 km lange , sehr kurvige Bergstrecke von Mürlenbach nach Weissenseifen benannt ist.

Im zweiten Weltkrieg ist Weissenseifen nur knapp einem Bombenhagel entgangen. Über den zu bombardierenden Orten wurden Leuchtkugeln ausgesetzt, dem sogenannten "Christbaum", damit die Angreifer nächtliche Positionslichter für ihren Anflug hatten.

Da der von Weissenseifen benachbarte Ort Mürlenbach durch seine Eisenbahnlinie ein strategisch wichtiger Ort darstellte, wurden auch hier mehrere Angriffe geflogen. Vor einem Angriff aber setzte man den Christbaum falsch, so dass alle Bomben in der Nähe von Weissenseifen, am Prümer Berg einschlugen.

Winfried von Landenberg

Quelle: Rainer Becker