23.11.2017 15:52:39

Die Hausgeistlichen des Don-Bosco-Hauses Mürlenbach
Ernst Becker, Mürlenbach 2009

   

                                                                             

      

Das Alten- und Pflegeheim Don-Bosco-Haus wurde zum 30. Juni 2005 geschlossen. Damit endete eine jahrzehntelange segensreiche Zeit, in der sich Ordensschwestern der hl. Elisabeth von Luxemburg für alte und kranke Mitmenschen einsetzten. 

 

Ein bemerkenswertes Kapitel der Geschichte des Don-Bosco-Hauses ist das seiner Hausgeistlichen. Ihr seelsorgerisches Wirken in aller Stille soll   durch diesen Beitrag vor der Vergessenheit bewahrt werden.

 

Das Haus erhielt 1958 erstmalig einen Hausgeistlichen. Für diesen wurde eine schöne Wohnung mit separatem Hauseingang hergerichtet. Im September 1958 konnte der Pfarrer i.R. Edmund Ebert dort einziehen, mit seiner ihn betreuenden Schwester Anna Ebert, die ein Zimmer im Hause bezog.

 

 

Pfarrer Edmund Ebert (1958-1966)

Er wurde geboren als Sohn eines Lehrers am 13. Februar 1894 in Poltersdorf.

Besuchte als Konviktorist das Gymnasium in Prüm (1910-1914) und legte am 26. August 1914 die Reifeprüfung ab.

Trat 1915 in das Trierer Priesterseminar ein (1915-1922).

Wurde am 13. August 1922 von Bischof Franz Rudolf Bornewasser in Trier zum Priester geweiht.

Tätigkeiten:

Kaplan in Riegelsberg-Güchenbach (1922-1923), Sayn (1923-1925) und Rentrisch/Saar (1925-1931).  

Pfarrer in Waldböckelheim (1931-1937) und Hirschfeld (1937-1956).

Aus Gesundheitsgründen musste er seine Pfarrstelle aufgeben und trat am 1. Dezember 1956 in den Ruhestand, den er zunächst in seiner Heimat Poltersdorf und ab September 1958 in Mürlenbach als Hausgeistlicher im Don-Bosco-Haus verlebte.

Er war den Schwestern und Insassen des Altersheimes ein treuer Berater und Helfer und arbeitete auch wissenschaftlich eifrig weiter.

Er starb am 3. Mai 1966, 72 Jahre alt und im 44. Jahr seines Priestertums in Prüm (Krankenhaus).

Seine letzte irdische Ruhestätte erhielt er auf dem Friedhof Mürlenbach.

 

Pfarrer Hubert Krippes (1966-1971)

Es folgte 1966 der Ruhestandsgeistliche Hubert Krippes, der bis Anfang 1971 segensreich tätig war. Er wurde geboren am 27. Januar 1912 in Idesheim in die kinderreiche Familie eines Steinbrucharbeiters. Seine Priesterweihe erhielt er am 18. Mai 1939. Er war Pater im Kloster Steinfeld. Nach seiner Priesterweihe wirkte er 13 Jahre lang als Missionar in China.

Als Pfarrer der Diasporagemeinde Lilienthal bei Bremen feierte er 1964 sein Silbernes Priesterjubiläum. Kurze Zeit später zwang ihn eine schwere Krankheit, seine Tätigkeit als Diasporageistlicher aufzugeben. Seinen Ruhestand verbrachte er als Hausgeistlicher im Don-Bosco-Haus in Mürlenbach, bis er wegen seines schweren Leidens auch dieses Amt nicht mehr versehen konnte.

Er ist nach einem Schlaganfall verstorben am 31. Dezember 1973. Seine letzte Ruhestätte fand er in Idesheim.

 

 

P. Werner Schnur MSF (1971-1984)

Am 2. März 1971 wurde Werner Schnur als Hausgeistlicher berufen. Er versah diesen Dienst hingebungsvoll bis zu seinem Tod.

Er war geboren am 20. Mai 1916 als Sohn eines Schneidermeisters und wuchs mit seinen Geschwistern in der saarländischen Gemeinde Marpingen auf.

Ab 1932 besuchte er die Missionsschule in Biesdorf/Eifel und in Bad Neustadt/Unterfranken.

Am 1. November 1938 trat er in die Kongregation der Missionare von der Heiligen Familie ein. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er zum Militärdienst einberufen, es folgte eine zehnjährige Zeit der Teilnahme am Krieg und in russischer Kriegsgefangenschaft. Erst im April 1950 konnte Pater Schnur sein Studium am Ordensseminar in Ravengiersburg beginnen. Am 18. Juli 1954 empfing er im dortigen Hunsrückdom das Sakrament der Priesterweihe.

Für 15 Jahre kehrte er an die Stätte seiner eigenen schulischen Ausbildung zurück: von 1955 bis 1964 leitete er das Biesdorfer Sankt-Josef-Internat, nach 1964 unterrichtete er am Sankt-Josef-Gymnasium.

Ab  2. März 1971 wirkte er in der Betreuung alter und kranker Menschen als Hausgeistlicher des Don-Bosco-Hauses, selbst von einer Krankheit mehr und mehr gezeichnet.

Er verstarb am 5. Oktober 1984 in Mürlenbach.  Seine letzte Ruhestätte fand er in Biesdorf.

 

 

P. Christian Reusch SVD (1984-1985)

Pater Reusch wurde am 5. November 1922 in Wawern als das zwölfte von 14 Kindern geboren.

1935 begann er seine Gymnasialausbildung im Missionshaus der Steyler Missionare in St. Wendel. Nach der Auflösung des Klosters durch die Nazis und einem halben Jahre am Gymnasium in Koblenz wurde er im September 1941 Soldat, bis zum Kriegsende. Vor Moskau wurde er durch einen Lungen-Bauch-Steckschuß verwundet.

1945 trat er ins Noviziat in St. Augustin ein. Am 26. August 1951 wurde er dort zum Priester geweiht. 1952 ging er nach Argentinien. Neben der Verwaltung des Guadalupe-Verlages half er viel in der Seelsorge in den Riesenpfarreien von Buenos Aires.

1960 wurde er nach Spanien versetzt, wo er als Leiter des Verbo Divino Verlages der Verbreitung der Hl. Schrift die größte Aufmerksamkeit schenkte. Die zuerst für Lateinamerika unternommenen Aktivitäten haben sich auf Afrika und Asien ausgeweitet.

1967 gab er den Anstoß zur Gründung der katholischen Weltbibelföderation, deren Schatzmeister er bis 1982 war.

Von 1970 bis 1973 beriet er die kirchlichen Hilfswerke in Medienprojekten.

Von 1974 bis 1984 diente er der Weltmission als Hauptabteilungsleiter für das Spendenwesen bei Missio in Aachen.

Trotz der weltweiten Aufgaben blieb er seiner Heimat treu verbunden und gab wertvolle Anregungen zur Pflege heimatlicher Kultur und Religiosität.

Seine schwere Erkrankung zwang ihn 1984 von der Missionszentrale Abschied zu nehmen. Den schwindenden Kräften gehorchend übernahm er noch die Seelsorgestellen auf dem Schönfelder Hof bei Trier und dann ab 8. Dezember 1984 im Don-Bosco-Haus in Mürlenbach, wo ihn der Herrgott am 29. März 1985 zu sich rief.  Seine letzte Ruhestätte fand Pater Reusch in seinem Heimatort Wawern.

 

 

P. Matthias Müller SVD (1985-1986)

Pater Müller wurde am 23. Juni 1912 in Brandenberg, Kreis Düren, geboren. Er besuchte die Volksschule seines Heimatortes und das Gymnasium Nideggen. Am 28. April 1928 trat er in das Missionshaus St. Josef in Geilenkirchen ein. Er begann sein Noviziat am 5. Mai 1933 im Missionspriesterhaus St. Augustin, legte die Ersten Gelübde 1935 ab und weihte 1938 sein Leben dem Missionsauftrag durch die Ewige Profeß.

1939 wurde er in St. Augustin zum Priester geweiht. 1940 verhinderte der Krieg die Ausreise zur Missionsbestimmung für die Philippinen. Zunächst half er in der Seelsorge aus und wurde Kaplan in Myhl, später Pfarrrektor von Altmyhl.  Er blieb vom Militärdienst verschont, setzte sich selbstlos für die Bevölkerung ein und konnte durch seine Kontakte viel Segensreiches erwirken.

1949 erhielt er eine Missionsbestimmung nach Argentinien, wo er vorwiegend unter den deutschen Einwanderern arbeitete. 1970 kehrte er wieder nach Deutschland zurück. Er übernahm die Seelsorge im Franziskushospital zu Flensburg. Seit 1975 betreute er als Pfarrer Udenbreth.

1985 musste er wegen geschwächter Gesundheit die Pfarrarbeit aufgeben und übernahm die Seelsorge im Don-Bosco-Haus in Mürlenbach, bis er am 1. Oktober 1986 auf die Seniorenabteilung seines Ordens in St. Wendel ging.
Hier verstarb Pater Müller am 23. September 1994 und wurde auf dem Klosterfriedhof beigesetzt.

 

 

P. Josef Neu MSF (1986)

Pater Neu war 1986, für kurze Zeit (weniger als 1 Jahr) im Hause. Von hier kam er in die Pflegestation des Ordens nach Betzdorf.

Die Stationen seines Lebens: Er war geboren am 6. August 1916 in Scheda (Kr. Olpe), kam im Januar 1934 in die Missionsschule der Missionare von der Heiligen Familie nach Lebenhan. Am 7. September 1936 begann er in Mühlbach sein Noviziatsjahr und legte dort die ersten Gelübde ab. Nach dem Studium der Philosophie in Lebenhan und der Theologie in Ravengiersburg wurde er in Trier am 10. April 1943 zum Priester geweiht. Nach einigen Seelsorgsjahren als Kaplan und Vikar in Birkesdorf, Wanne-Eickel, Mühlbach, Bastheim und Oberelsbach war er Religionslehrer an den Zechen-Berufsschulen im Ruhr-Raum (1954-1960). Nach einem Jahr Dienst als Pfarrverwalter in Ravengiersburg und drei Jahren Tätigkeit als Rektor in Wanne-Eickel widmete er fast 20 Jahre seines Priesterlebens der Ausbildung behinderter Jugendlicher als Internatsleiter in Rhöndorf (1966 bis1985),  selbst körperbehindert infolge Kinderlähmung seit seiner Kindheit. Er verstarb in Betzdorf am 19. Oktober 1990 und wurde auf dem dortigen Klosterfriedhof beigesetzt.

 

 

P. Hubert Becker MSF (1988-1989)

Pater Becker wurde am 10. Februar 1914 in Niehl bei Mettendorf als jüngstes von 7 Geschwistern geboren. Er war ein Bruder der viele Jahre im Don-Bosco-Haus so segensreich wirkenden Schwester Achillia, Elisabeth Becker. Er selbst wirkte im Don-Bosco-Haus vom 30. Dezember 1988 bis 10. Mai 1989.

Nach dem Besuch der Missionsschule St. Josef in Biesdorf trat er am 17. April 1939 in die Ordensgemeinschaft ein und empfing am 22. Juli 1951 im Missionsseminar des Ordens in Ravengiersburg/Hunsrück die Priesterweihe.

Er wurde in den langen Jahren seines Ordenslebens immer wieder in verantwortliche und leitende Aufgaben des Ordens berufen. So war er zunächst Ökonom in Sargenroth, von 1956 bis 1959 Lehrer, Rektor und Ökonom in Biesdorf, anschließend 6 Jahre (1959-1965) Provinzial der deutschen Ordensprovinz der Missionare von der Heiligen Familie, danach wieder in verschiedenen Niederlassungen, in Ravengiersburg (1965-1968), in Mehlem (1968-1970), in Betzdorf (1970-1977) und in Maria Ellend in Österreich (1977-1988) Rektor der dortigen Gemeinschaften.

Neben den Aufgaben der Leitung versah er als Priester immer auch mit großem Eifer seelsorgliche Aufgaben und Dienste in den Gemeinden.

Seinen Ruhestand verbrachte Pater Becker zunächst in Düren (1989-2001) und ab 2001 in Biesdorf, bis er aus gesundheitlichen Gründen Anfang des Jahres 2004 auf die Pflegestation des Ordens nach Betzdorf wechselte.

Er starb dort am 18. Juni 2006 im Alter von 92 Jahren, im 55. Jahr seines Priestertums.

 

 

P. Martin Alois Schäfer MSF (1989-1993)

Pater Schäfer wurde am 30. Juli 1912 in Steinbach/Hunsrück geboren. Nach seiner Gesellenprüfung als Schreiner besuchte er ab 1932 die Missionsschule Biesdorf. Am 8. September 1939 Ordensprofeß. 1940 folgten Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft. Danach setzte er sein Studium bis 1950 fort.

Am 25. Juli 1949 wurde er im Hunsrückdom Ravengiersburg zum Ordenspriester geweiht.

Es folgten Tätigkeiten als Ökonom im Kloster Mühlbach und Seelsorger in Löhrieth/Unterfranken. Anschließend war er in 12 Diözesen als Volksmissionar tätig und wurde dann Kaplan in Bremen.

Seit 1966 war er 23 Jahre Pfarrseelsorger in Kruchten und Nusbaum. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand wurde er 1989 Hausgeistlicher im Don-Bosco-Haus.

Am 8. September 1989 feierte er in Mürlenbach das Doppel-Jubiläum seiner Ordensprofeß – 50 Jahre – und seines Priestertums – 40 Jahre.

Am 7. Oktober 1993 wurde er aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt als Hausgeistlicher entpflichtet.

Ab 1997 lebte er im Kloster Betzdorf/Sieg, wo er am 15. April 2007 auf der Pflegestation des Ordens verstorben ist.

 

 

Pfarrer Ferdinand Emmel (1993-1997)

Er war geboren am 6. Mai 1925 in Beckingen/Saar. Am 29. März 1952 wurde er von Herrn Bischof Matthias Wehr im Hohen Dom zu Trier zum Priester geweiht.

Tätigkeiten: Kaplan in Fischbach-Camphausen und Bitburg, Pastor in Lauschied/Nahe und ab 1965 in Dockweiler/Kirchweiler.

Herz-Jesu-Ehrenwache von Juni 1976 bis Juni 2006.

Am 7. Oktober 1993 wurde Pfarrer i.R. Ferdinand Emmel als Hausgeistlicher des Don-Bosco-Hauses bestellt.    

Im März 1994 wurde er zum Stellvertretenden Heimleiter von der Bezirksregierung Trier bestimmt.

Als guter Hirt gab er den Menschen Begleitung, er brachte sich ganz selbstlos ein. Mit Hilfe der Schwestern organisierte er in dieser Zeit Zeltläger für die Jugend und übernahm deren Leitung.

Trotz erheblicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen versah er seine Dienste, solange ihm dies möglich war.

Pastor Emmel wurde aus gesundheitlichen Gründen am 11. Juni 1997 von seinen Aufgaben entpflichtet.

Er verstarb 12. April 2008 in Beckingen und wurde in die Priestergräber seiner Heimatpfarrei beigesetzt.

 

 

Pfarrer i.R. Josef Stiren (1997-2003)

Vom 10. Oktober 1997 bis zu seinem Tode war Pfarrer Stiren Hausgeistlicher im Hause.

Er wurde am 14. Januar 1930 geboren und wuchs in seinem Heimatort Badem auf.

Zum Priester wurde er geweiht am 26. März 1955.

Er war Kaplan in Andernach, Morbach und Kempenich und Pastor in Irrel (1961-1967), Konz St.-Nikolaus, Mertesdorf, Gerolstein-Rockeskyll (7 Jahre), Trier St. Irminen und Lieser (4 Jahre).

Die letzten zehn Jahre seines 48-jährigen Priestertums verbrachte er in Densborn, wo er viel Gutes im Stillen wirkte. Als Pfarrverwalter übernahm er die Pfarrei mit den Filialen Usch und Zendscheid von 1996 bis 1997. In der Seelsorgeeinheit Birresborn-Densborn-Mürlenbach half er gern und gut aus, solange es seine Kräfte zuließen.

Zahlreiche seiner Beiträge zu religiösen Themen wurden im Bistumsblatt Paulinus veröffentlicht.

Er verstarb an Ostern, 20. April 2003 in Densborn, wo er auch seine letzte Ruhestätte fand.

 

 

Derzeitige geistliche Betreuung

Infolge der Schließung des Alten- und Pflegeheimes zum 30. Juni 2005 hat das Don-Bosco-Haus keinen Hausgeistlichen mehr. Der Pfarrer der Seelsorgeeinheit, Gerhard Schwan, ist aber betreuend für die im Hause lebenden Ordensschwestern da und feiert wöchentlich in der Kapelle die Hl. Messe, die stets auch von einer Anzahl Dorfbewohner besucht wird.