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Der Bildstock auf der Maiweide

Der Bildstock „Auf der Maiweide“

 

 

Ernst Becker, Juni 2010

 

Links der Straße nach Densborn – an der Fimbach, welche die Gemarkungsgrenze zwischen Densborn und Mürlenbach bildet – steht eines der ältesten Denkmäler Mürlenbachs. Der Bildstock mit darüber befindlichem Kreuz wurde errichtet im Jahre 1660 – vermutlich als Pestkreuz.

 

 

 

Der Bildstock steht in einem 15 cm hohen Stecksockel aus Buntsandstein mit fast quadratischer Grundfläche (67 x 65 cm). Das Denkmal ist 197 cm hoch und aus einem einzigen Buntsandstein-Block gearbeitet. Der viereckige Schaft ist 107 cm hoch und misst 24 x 22 cm. Darüber befindet sich die auskragende Bildnische mit einer Pieta aus neuerer Zeit. Die Nische ist profiliert und misst 35 cm in der Breite und 45 cm bis zur Spitze. Darüber ist das mit den abgestuften Sockeln insgesamt 45 cm hohe Kreuz – ohne Korpus. Die Kanten von Sockel, Nische und Kreuz sind auf der Vorderseite gebrochen. Der Bildstock ist ein wahres Kunstwerk des

Steinmetz-Handwerks.

 

Bericht aus der „Eifeler Volkszeitung“ vom 31. August 1928:

 

         Von der Kyll. Es ist eine Schande, wie vielerorts die Bildstöcke an den Verkehrsstraßen verunehrt werden. Muttergottesstatuen sind gewöhnlich arg beschädigt und an den Kreuzen fehlt oft der Christuskörper. Dies sind wohl gemeine Bubenstreiche. Es handelt sich dabei um rohe, glaubenslose Menschen, die bedauerlicherweise nie auf der Tat ertappt werden, fremde Individuen, denn Einheimischen sind solche Verschandelungen nicht zuzutrauen. Zwischen Mürlenbach und Densborn befindet sich ein Kreuz, dessen Figuren, Kreuzabnahme, immer ruiniert werden. Erst vor nicht langer Zeit war die Gruppe erneuert worden, doch schon wieder ist sie durch Frevlerhände entstellt worden. 

 

Wie der vorstehende Bericht belegt, befand sich in der Nische des Denkmals eine Kreuzabnahme-Gruppe, wahrscheinlich eine steinerne Skulptur. Heute ist in der Nische eine „Pieta“ aufgestellt – eine Plastik aus weißem, „modernem“ Material.

 

Nachdem das Denkmal infolge des Straßenausbaues seinen angestammten Platz aufgeben musste, hat es Peter Hammers im Jahre 1958 an nahegelegener Stelle aufgestellt und es mit einem Metallzaun umgeben. 1985 ließ die Gemeinde Mürlenbach das Kreuz renovieren und eine Pieta einsetzen.

 

Vor wenigen Jahren hat der Eifelverein für eine Restaurierung gesorgt, und für eine kurze Zeit wurde das Denkmal an einen neuen Standort umgesetzt. Die Verlegung war gut gemeint (näher zum Dorf sowie um die umweltbedingten Belastungen für das Denkmal zu vermindern), wurde aber vielfach als Traditionsbruch angesehen.

 

Heute steht der Bildstock wieder an seinem angestammten Platz und lädt zum besinnlichen Verweilen ein.

 

Winfried von Landenberg