24.11.2017 02:46:36

Krumpens Gasthaus

Krumpen`s Gasthaus

1. Dort wo die Kyll mit ihren klaren Wellen

durcheilt der Wiesen saftig schönes Grün.

Dort wo von Bergen helle Silberquellen

zu ihrem Bette murmelnd eilen hin.

Refrain:  Da halte still, da halte still,

im schönen Tal der Kyll,

 

2. Dort wo die Burg von steilen Bergeshöhen

herniederschaut auf Krumpen`s gastlich Haus,

da musst du, Wandrer, nicht vorübergehen,

da kehre ein und halte treulich aus.

 

Refrain:  Da halte still, da halte still,

im schönen Tal der Kyll,

an ihren Ufern halte still.

 

3. Der Wirt wird herzlich dir den Willkomm` bieten

und laden freundlich dich zum Rasten ein,

indes die ems`ge Hausfrau für den Müden

bereitet Braten und Forellen fein.

 

Refrain:  Drum halte still, da halte still,

im schönen Tal der Kyll,

an ihren Ufern halte still.

 

4. Nach kurzer Weile zeigt sich auf der Schwelle

des Hausherrn holdes, trautes Töchterlein,

mit edlem Anstand frisch wie die Gazelle,

reicht sie die Speisen und den reinen Wein.

 

Refrain: Drum halte still .....

 

5. Zu jedem Scherz, zu bösen Kinderstreichen

wird hilfsbereit des Hauses treuer Freund,

Herr Lehrer, gern die Hand dir allzeit reichen,

den Krumpen`s Gästen ist er niemals feind.

 

Refrain: Drum halte still .....

6. Und willst du nun den Deinen schnell verkünden,

wie wohl dir's geht, wenn auch der Heimat fern,

im Postbüro wirst Heinrich II du finden,

durch Telefon vermittelt er es gern.

 

Refrain: Drum halte still

7. Hinaus, hinaus, lockt dich der Strahl der Sonne.

O schau der Berge und der Täler Pracht,

des Waldes Duft erfüllt dein Herz mit Wonne.

Wie schön hat Gott doch seine Welt gemacht!

Refrain: Da halte still ......

 

8. Mild senkt der Abend sich mit dunklen Schwingen

hernieder auch ins stille Tal der Kyll.

Bei Krumpen`s wirst Du froh die Zeit verbringen

Mit Sang und Tanz und heiter`m Pfänderspiel.

 

Refrain: Drum halte still .....

 

9. So werden dir die lang ersehnten Tage

wie jedem hier zu schnell vorüber gehn.

Und wenn du scheidest, wirst du mit uns sagen:

Lebt alle wohl, lebt wohl, auf Wiedersehn!

 

Refrain für die letzte Strophe:

 

Der Freunde viel, der Freunde viel

fand ich im Tal der Kyll.

Ich kehr` zurück, wenn Gott es will.

Verfasser unbekannt

In dieser Form geschrieben: Ernst Becker – 30. November 2008

 

Anmerkungen zu dem Gedicht Krumpen`s Gasthaus vom 7. September 1892

Die ursprüngliche Fassung – in der seinerzeitigen Schreibweise – liegt mir nicht vor.

Der „Herr Lehrer“ (5. Strophe) dürfte Peter Faber gewesen sein, der ab 1.10.1886 Lehrer in Mürlenbach war.

Zum „Postbüro von Heinrich II“ (6. Strophe) konnte ich bisher nicht klären, ob 1892 ein eigenständiges Postbüro bestand. 1878 „wurde die Postagentur in Mürlenbach dem Gastwirt Krumpen übertragen“. Der Text des Gedichtes lässt annehmen, dass sie dort  1892 nicht mehr war.

 

Es existieren inzwischen mehrere „bearbeitete“ Versionen von Krumpen`s Gasthaus, die voneinander abweichen.

 

Das Gedicht hat vor etlichen Jahren Frau Elli Reuland (+)  an Hildegard Becker mündlich weitergegeben. Hildegard hat es so wie von Elli vorgetragen niedergeschrieben. Abgesehen von kleineren, notwendigen Abweichungen, habe ich das Gedicht derart geschrieben, dass die ursprüngliche Fassung, wie sie sich sinnvoller Weise aus den verschiedenen mir vorliegenden Varianten ergibt,  erhalten bleibt. 

Der Verfasser ist (uns) nicht bekannt - es war offenbar kein Mürlenbacher, sondern ein Dorfgast.

Wer kann weitere Informationen geben, insbesondere betreffend die Entstehungsgeschichte des Gedichtes und dessen Verfasser?

Dafür wären wir dankbar!

 

Die Ansichtskarte aus unserer Sammlung zeigt das Gasthaus Krumpen im Jahre 1904!

Hildegard und Ernst Becker

W.v.L.